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Das hochrechteckige 4,30 m X 3,80 m große Fastentuch wurde 1629 vom Villacher Maler Jakob Kazner in Leimtemperamalerei geschaffen. Von 1980 bis 1983 wurde es in den Wiener Werkstätten des Bundesdenkmalamtes restauriert. Alljährlich zur Fastenzeit wird das Tuch abgerollt und vor dem Hochaltar der Kirche von Sternberg aufgehängt. |
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Inhaltliche Darstellung: |
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Das Fastentuch von Sternberg ist eines der wenigen, die noch heute an ihrem ursprünglichen Ort im Kirchenraum hängen: es bildet einen undurchdringlichen Vorhang zwischen Kirchenschiff und Chorraum und verdeckt somit den Gläubigen die gesamte Sicht zum Altar. 21 von 24 Szenen dieses Fastentuches stellen die Heilsgeschichte des Neuen Testaments dar. Der verhältnismäßig kleine Chordurchgang der Sternberger Kirche hat die äußeren Maße des Tuches vorgegeben. Folglich musste man in der Szenenauswahl bescheidener sein. Die Bevorzugung neutestamentlicher Szenen erklärt sich wohl aus dem sich neu entwickelnden Bedürfnis der Menschen, v.a. die Bilder des Erlösers Jesus Christus anschaulich vor Augen zu haben. Damit konnten die einfachen Menschen mehr anfangen als mit den komplizierten typologischen Verweisen aus dem Alten Testament. Zur Zeit der Entstehung des Sternberger Fastentuches Anfang 17. Jhd. entstanden zeitgleich auch die Weihnachts- und Fastenkrippen sowie die heiligen Gräber, um das Heilsgeschehen konkret und anschaulich sichtbar zu machen. Wie kein anderes Tuch markiert Sternberg diesen Übergang vom Bewusstsein und von der Reflexion hin zum Gefühl des Betrachters. Ein weicher Stil kennzeichnet die Malweise des Tuches, die noch eher dem Manierismus als dem aufkommenden Barock verhaftet ist. Detailaufnahmen machen deutlich, dass Fastentücher auf Betrachtung aus der Ferne angelegt waren. Aus der Nähe betrachtet wirken die Szenen oft einfach skizziert, hingeworfen und mit Farbe aufgefüllt. Die Farben des Sternberger Tuches haben im Lauf der Zeit stark gelitten. Ein Stifter des Fastentuchs war Hanns Khevenhüller, der noch im selben Jahr, als das Tuch zum ersten Mal aufgehängt wurde, das Land, vom reformatorischen Geist getrieben, verlassen hatte und später an der Seite von König Gustav Adolf kämpfte. Da der vom Protestantismus kritisierte Heiligen- und Reliquienkult nicht Gegenstand der Fastentuchdarstellungen war, konnte er guten Gewissens seiner Pfarre diese biblische Bilderbibel als Andenken zurücklassen. |
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Weitergehende Informationen unter: www.kath-kirche-kaernten.at/fastentuch |
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Anfragen zu Führungen: Mag. Roland Stadler, 0676 / 8772 2117 oder roland.stadler@kath-kirche-kaernten.at |